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„Das Gefühl, weshalb ich beschlossen habe Arzt zu werden“

Unterfränkischer Augenarzt leistet humanitäre Hilfe in Namibia

Dr. Armbrust hat die gemeinnützige humanitäre Stiftung Southern Cross Eye Foundation gegründet.
Dr. Armbrust hat die gemeinnützige humanitäre Stiftung Southern Cross Eye Foundation gegründet.


Die Situation ist besorgniserregend: In Namibia gibt es für die mittellosen Menschen bloß zwei Augenärzte im ganzen Land. Somit ist der Großteil, der dort lebt, auf die beiden Ärzte angewiesen. Zwei Mediziner können jedoch keine zwei Millionen Menschen versorgen.

Daher gibt es die amerikanische Organisation SEE (Surgical Eye Expeditions), die weltweit unterstützend tätig ist. Dr. med. Michael Armbrust aus Lohr ist dort Mitglied. Seit sechs Jahren reist er mit Operationsteam der Augenklinik Lohr nach Namibia um vor Ort zu helfen.

Die Operation, die von den Augenärzten in Namibia am häufigsten durchgeführt wird, ist die Behandlung des Grauen Stars. Die Krankheit ist heute noch weltweit die häufigste Ursache für Erblindung: „Hier in Deutschland erblindet niemand mehr am grauen Star, weil einfach jeder rechtzeitig zum Arzt geht.

Der graue Star ist sehr einfach zu diagnostizieren. In der ausgeprägten Form ist die schwarze Pupille durch die Trübung der Augenlinse weiß, daher der Ausdruck grauer Star. Die Pupille wird bei jedem Menschen im Alter trüber. Unter den Bedingungen dort mit viel UV-Licht und schlechter Ernährung passiert das noch schneller.“

Es werden im Jahr drei der so genannten Eye Camps von einer ortsansässigen Augenärztin initiiert und vorbereitet. „Meist werden ein oder zwei Augenärzte aus dem Ausland auf Einladung des dortigen Ministeriums versandt, die jeweils circa 100 Patienten in einer Woche behandeln, oft über zwölf Stunden am Tag. Diese kommen aus 80 bis 100 km Entfernung, zum Teil auch zu Fuß.“


Die intensivste Erfahrung im Rahmen der Auslandseinsätze

Wenn der Mediziner – dessen Frau selbst aus Namibia stammt – von den Patienten am Tag nach der Operation berichtet, beginnen seine Augen zu leuchten. Sie sind oft schon jahrelang an beiden Augen blind und wissen selbst häufig nicht mehr, wie sie aussehen oder haben ihre Kinder und Enkel noch nie gesehen. „Das ist ein solches Ereignis für diese Patienten, eine solche Freude, dass sie am nächsten Tag einfach überwältigt sind.

Auch für einen Arzt ist diese Erfahrung etwas, was er in Deutschland nicht erlebt. Das Gefühl, was ich habe, wenn ich diesen Menschen helfen kann, ist eigentlich das Gefühl weshalb ich einmal beschlossen habe Arzt zu werden. Auch für unsere Mitarbeiterinnen, die als OP-Schwestern mitfahren, ist das eine prägende Erfahrung. Es ist für jeden eine wichtige Erkenntnis, was es wirklich heißt, wenn es jemandem schlecht geht.“


Ein Kreis schließt sich

Armbrust hat vor drei Jahren die Klinik an jüngere Kollegen abgegeben und betreibt momentan nur noch die Laserklinik, die er Ende des Jahres auch abgeben wird. „Ich habe vor mich noch intensiver um die humanitäre Hilfe in Namibia zu kümmern. Aus diesem Grund habe ich die gemeinnützige humanitäre Stiftung Southern Cross Eye Foundation gegründet, die dazu dienen soll, in einer Art Partnerschaft einen gewissen Wissenstransfer von hier nach dort zu vermitteln.“

Die Stiftung bietet professionelle augenärztliche Hilfe für mittellose, sehschwache und blinde Menschen im südlichen Afrika durch freiwillige Einsätze von augenärztlichen Operationsteams. Das Staatshospital in Windhoek, der Hauptstadt von Namibia, ist nicht auf dem neuesten Stand was die Augenchirurgie und das technische Niveau angeht. „Es wird noch lange dauern bis dort ein brauchbares Niveau aus eigener Kraft entsteht. Für mich schließt sich ein Kreis, weil ich früher dort gearbeitet habe und viel Erfahrung gesammelt habe, von der ich nun etwas zurückgeben kann.“

Das Interview führte am 09. Juli 2009 Frau Katharina Försch, FRIZZ-Magazin Würzburg

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